Lipödem

Das Lipödem ist eine angeborene Fettverteilungsstörung an den Beinen und Armen, die fast nur bei Frauen auftritt. Die Ursache ist nicht bekannt. Wahrscheinlich spielen bei der Entstehung hormonelle Faktoren eine Rolle. Beim Lipödem sind immer beide Arme bzw. beide Beine gleichermaßen betroffen. Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen schmalem Oberkörper und dicken Beinen/Armen. Bei Druck und Berührung entstehen Schmerzen und schon nach leichten Stößen finden sich Blutergüsse.

Diagnostik

Befund und Anamnese liefern dem Arzt verlässliche Anhaltspunkte bei der Diagnosestellung. Eine Ultraschalluntersuchung ist vor allem auch zur Abgrenzung anderer Erkrankungen notwendig. Im hochauflösenden Ultraschall lassen sich oftmals bienenwabenartige Strukturen im Fettgewebe nachweisen.

Behandlungsmethoden

Die Ursache des Lipödems kann nicht behandelt werden, sondern nur die Symptome. Sport oder Diäten helfen leider nicht gegen die typische Fettansammlung.

Kompressionstherapie

Auch beim Lipödem stellt die Kompression den wichtigsten Teil der Therapie dar. Die Kompression muss mit speziell angepasster und angefertigter flachgestrickter Kompressionsware erfolgen, die tagsüber konsequent getragen werden muss.

Laserlipolyse

Die Laserlipolyse ist eine neues ambulant in örtlicher Betäubung durchführbares Laserverfahren, bei dem über winzige Hauteinstiche mit Hilfe einer dünnen Laserfaser Fettgewebe gezielt und schonend zerstört und die darüberliegende Haut gestrafft wird.
Vorteile im Vergleich zu der konventionellen Fettabsaugung sind:
• verbesserte Hautstraffung durch die laserbedingte Stimulierung des Kollagens unter der Haut
• auch in sehr kleinen Bereichen durchführbar, wo die übrigen Techniken mit ästhetischen Risiken verbunden sind
• geringer Blutverlust durch die gleichzeitige Laserkoagulation kleiner Blutgefäße unter der Haut
• schnellere Abheilung und kürzere Ausfallszeiten

Anwendungsgebiete
Die Laserlipolyse ergänzt die Möglichkeiten der Fettabsaugung. Sie ist vor allem für kleinere, empfindliche Fettareale geeignet, die mit einer herkömmlichen Fettabsaugung bisher nur bedingt behandelt werden konnten, z.B. Wangenfettpolster, Doppelkinn, Oberbauch, Knieregion, Oberarme oder männliche Brust.
In Frage kommen also vorwiegend kleinere Regionen, die auf eine Diät oder sportliche Aktivität nicht ansprechen. Hervorzuheben ist, dass sich die Laserlipolyse also nicht zu einer allgemeinen Gewichtsreduktion eignet, sondern zur Behandlung kleinerer Problemzonen.

Wirkungsweise
Bei der Laserlipolyse werden durch einen präzise arbeitenden Laserstrahl Fettzellen zerstört. Die in Wärme umgewandelte Energie des Dioden-Lasers (980nm) löst das Fettgewebe schonend auf.
Neben dem Fettgewebe werden auch die das Fettgewebe versorgenden kleinen Blutgefäße, das umgebende Bindegewebe und die tiefen Hautschichten erwärmt. Diese Erwärmung führt zu einer sofortigen Blutstillung und über eine Neubildung von Kollagenfasern zu einer sichtbaren Straffung des Unterhautbindegewebes und der Haut.
Zur örtlichen Betäubung wenden wir eine relativ neue, weitgehend schmerzfreie und gewebeschonende Methode an, bei der das Fettgewebe zunächst mit einer stark verdünnten Betäubungsmittel-Lösung solange aufgeweicht wird, bis im Behandlungsareal ein prall-elastischer Zustand erreicht ist (Tumeszenzlokalanästhesie).
Wird mit der Laserlipolyse nur ein kleines Areal behandelt, muss das gelöste, nunmehr dünnflüssige Fett nicht abgesaugt werden, sondern wird vom Körper auf natürliche Weise abgebaut. Werden größere Areale behandelt, wird das mit dem Laser aufgelöste Fett anschließend schonend abgesaugt. Hierbei verwenden wir die Methode der Vibrationslipolyse. Die Kombination der Laserlipolyse mit dieser Absaugung gilt zur Zeit als die am meisten schonende und effektive Methode.
Nach dem Eingriff mit anschließender Absaugung des gelösten Fetts trägt der Patient für einige Tage ein Kompressionskleidungsstück.

Nachbehandlung
Zur Ruhigstellung des Operationsgebietes und zur Unterstützung der Anpassung der Haut an die neuen Konturen sollte 7–10 Tage lang ein Kompressionskleidungsstück getragen werden. Auf sportliche Aktivitäten sollten Sie etwa ein bis zwei Wochen lang verzichten.

Behandlungsergebnis
Da die Ausscheidung des aufgelösten Fetts und die Kollagenneubildung im Unterhautbindegewebe einige Zeit beanspruchen, ist das endgültige Ausmaß der Reduktion des Fettgewebes und der Hautstraffung erst nach 6–12 Monaten erkennbar. Durch den thermischen Effekt des Lasers legt sich die Haut allmählich glatt an ihr neu modelliertes Fundament an. Cellulite bessert sich deutlich oder verschwindet sogar ganz.
Da sich die Fettzellen eines Erwachsenen nicht vermehren, ist dieses Ergebnis dauerhaft, und zwar sowohl was die Reduktion des Fettgewebes als auch die Optimierung der Körperformen betrifft. Es muss aber betont werden, dass sich im Falle eines falschen Essverhaltens neues Fett an anderen Körperstellen ablagern kann.

Risiken und Nebenwirkungen
Das Verfahren ist sehr sicher. Da durch den Laser die das Fett versorgenden kleinen Blutgefäße verödet werden, sind die Schmerzen, Blutergüsse und Schwellungen deutlich geringer als bei einer konventionellen Fettabsaugung. Sie klingen in der Regel innerhalb der ersten Woche vollständig ab.

Was kann ich tun?

• täglich Kompressionsstrümpfe tragen
• Gewichtszunahme vermeiden
• ausgewogene und vitaminreiche Ernährung
• regelmäßige Bewegung, Schwimmen, Walking
• bequeme Kleidung tragen
• Sonnenbäder, Solarium und Sauna vermeiden
• Verletzungen vermeiden
• wenn möglich Erreichen des Normalgewichts