Venenheilkunde

Was machen Venen?

Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut in das Gewebe, Venen verbrauchtes, sauerstoffarmes Blut wieder zurück zum Herzen. Diesen Blutrücktransport entgegen der Schwerkraft unterstützen die Venenklappen. Sie funktionieren wie ein Ventil und erlauben den Blutfluss in nur eine Richtung – zum Herzen. Auf diese Weise wird der Rückfluss des Blutes in die Beine verhindert.

Der Abtransport wird zusätzlich durch die »Muskelpumpe« unterstützt. Durch das An- und Entspannen der Muskeln des Fußes und des Unterschenkels bei der Bewegung, werden die in der Tiefe der Muskeln verlaufenden Venen immer wieder komprimiert und das venöse Blut fließt ab.

Mit Hilfe der Klappen und der Beinmuskulatur findet der Rücktransport des venösen Blutes vom Bein zum Herzen statt.

Diagnostik – Wie erkennt man kranke Venen?

Die schnellste und einfachste Venenuntersuchung ist die Lichtreflexionsrheographie (LRR). Hier wird mit einer Messsonde, die auf der Wade aufgeklebt wird, der Rückfluss des Blutes in den Venen bestimmt.

Eine genauere Unterscheidung des Blutflusses in den oberflächlichen und den tiefen Venen erlaubt die Venenverschlussplethysmographie (VVP). Hier werden Manschetten an die Oberschenkel angelegt und aufgepumpt. Mit Hilfe einer Volumenmessung unterhalb der Manschette läßt sich bei vermindertem Abfluss in den tiefen Venen eine Stauung feststellen.

Mit der farbkodierten Dopplersonographie können fast alle Erkrankungen im Venenbereich diagnostiziert werden. Sie ist schmerzfrei und belastet den Organismus nicht. Der Schallkopf, der auf die Haut aufgelegt wird, liefert ein Bild der Vene. Im Farbduplex kann auch die Flussrichtung dargestellt und überprüft werden. So kann in kurzer Zeit eine zuverlässige Diagnose gestellt und eine mögliche Therapiemethode besprochen werden.

In seltenen Fällen wird auch heute noch die Phlebographie benötigt. Hier wird ein Kontrastmittel in die Venen gespritzt, das Bein geröntgt und die Vene bildlich dargestellt. Die Phlebographie war früher das Standardverfahren, heute kann man weitgehend auf diese strahlenbelastende Methode verzichten.

Venenerkrankungen – Was sind kranke Venen?

Das Venensystem an den Beinen besteht aus oberflächlichen und tiefen Venen. Das oberflächliche Venensystem leitet das Blut aus den oberen Hautschichten über sogenannte Verbindungsvenen (Perforantes) zu den tiefen Venen. Von dort fließt das Blut zum Herzen zurück.

Eine Erkrankung des oberflächlichen Venensystems äußert sich in der Bildung von Krampfadern (Varizen) und deren Komplikationen. Dazu zählen Entzündungen, Varizenblutungen und Beingeschwüre. Wenn durch eine Operation der Krampfadern oberflächliche Venen ausfallen, fließt das Blut über die tiefen Venen ab.

Eine Erkrankung des tiefen Venensystems bedeutet eine sensible Störung des Blutflusses. Diese Venen können bei einem Ausfall das Blut nicht umleiten, was langfristig zu einem dauerhaften Rückfluss des Blutes zum Fuß hin mit Wasseransammlung führt. Die Erkrankungen der tiefen Venen beinhalten z.B. Thrombosen und deren Komplikationen, wie eine Lungenembolie oder eine chronische Zerstörung der Venenklappen, das postthrombotische Syndrom.

Behandlungsmethoden

Das wichtigste Ziel bei der Venenbehandlung ist die Beseitigung einer Blutstauung in den Venen und die damit verbundene Wiederbelebung der Blutzirkulation. In den letzten Jahren wurden vielfältige Methoden zur schonenden und belastungsarmen Venenbehandlung entwickelt. In enger Zusammenarbeit mit unseren Patienten versuchen wir aus diesem Angebot die individuell jeweils beste Lösung zu finden.

Venenverklebung mit Venaseal

Bei der Venenverklebung wird über einen Katheter ein Klebstoff in die Vene eingespritzt, der zum Verschluss der Vene führt. Dieser Klebstoff wird schon seit einigen Jahren in der Neurochirurgie verwendet. Man erhält so einen zuverlässigen Verschluss ohne eine örtliche Betäubung zu benötigen. Da das Verfahren sehr neu ist, sind die Kosten noch sehr hoch und werden nicht von den Kassen übernommen.

Endovasale Therapie – Operation ohne Schnitte

Die Endovasale Therapie mit dem Laser (ELVT) oder mit der Radiowelle (Venefit) ist die nachhaltigste und unkomplizierteste ambulante Behandlung der Krampfadern. Hierbei wird ein Katheder durch einen kleinen Einstich – meist am Unterschenkel – mit Hilfe einer Schleuse eingeführt. Unter örtlicher Betäubung und Zufuhr von Kochsalzlösung wird die Vene anschließend mit Hilfe eines Lasers, bzw. einer Radiowelle gezielt von innen verschlossen. Ein Rückfluss des Blutes ist nicht mehr möglich. Nach der Entfernung der Schleuse kann der Patient wieder aufstehen und sofort gehen.
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Vorteile der Endovasalen Therapie:
• minimaler Eingriff
• kein Krankenhausaufenthalt
• nur örtliche Betäubung
• schnelle Regeneration
• exzellente kosmetische Ergebnisse

Schaum-Sklerosierung – Krampfadertherapie ohne Operation

Bei der Schaum-Sklerosierung wird ein aufgeschäumtes Verödungsmittel mittels einer kleinen Kanüle und bei Bedarf unter Ultraschallbeobachtung in die kranke Vene geleitet. Durch die anschließende Entzündung der Venenwand verklebt die Vene und die Krampfader verschwindet. Da kein operativer Eingriff erfolgt, hinterlässt die Schaum-Sklerosierung keine Narben und der Patient kann nach der Behandlung sofort wieder gehen. Anschließend müssen etwa sechs Wochen lang tagsüber Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Auch die großen Stammvenen können mit der Schaum-Sklerosierung behandelt werden. Dieser Eingriff ist noch schonender als bei der Lasertherapie und bis auf den Einstich bei der Punktion schmerzfrei. Leider sind die Ergebnisse nicht so zuverlässig wie bei der Lasertherapie, in wenigen Fällen öffnet sich die Vene wieder und muss erneut sklerosiert werden.

Vorteile der Schaum-Sklerosierung:
• keine Operation notwendig
• schnelle und fast schmerzlose Behandlung
• gutes kosmetisches Ergebnis
• schnelle Genesung

CHIVA – Schonende und venenerhaltende Krampfaderbehandlung

Bei der Venenbehandlung nach der CHIVA-Methode werden die Venen nicht entfernt, sondern in ihrer Funktionstüchtigkeit größtenteils wieder hergestellt. Dies gelingt durch gezielte Unterbrechungen des Blutrückflusses an mit Ultraschall genau festgelegten Venenbereichen. Daher ist in der CHIVA-Behandlung die umfassende Ultraschallbehandlung des gesamten oberflächlichen Beinvenensystems ein wichtiger Bestandteil. Der operative Eingriff erfolgt immer in örtlicher Betäubung. Nach der Operation kann der Patient sofort wieder aufstehen und laufen. In den folgenden 6–8 Wochen bildet sich die kranke Vene unter dem Außendruck eines Kompressionsstrumpfes wieder in ihren Normalzustand zurück.

Vorteile von CHIVA:
• minimaler, ambulanter Eingriff
• Venen erhaltend
• örtliche Betäubung
• gutes kosmetisches Ergebnis
• keine oder nur kurze Arbeitsunfähigkeit